Selbsterziehung zur Gesundheit
Die Selbsterziehung oder auch Selbstfürsorge ist ein natürliches Bedürfnis des Menschen zur Gesundheitspflege und Persönlichkeitsformung. Sie dient der Entfaltung der Persönlichkeit, der Leistungsfähigkeit und damit dem persönlichen Wohlbefinden und der Lebensqualität.
Selbsterziehung … „basiert auf Begegnung und Gespräch, auf Besichtigung und Beobachtung, auf Erkundung und Erprobung, auf Hören und Lesen, alles jedoch aus eigener Einsicht und Motivation, selbstgesteuert und mit der freien Entscheidung des betreffenden Menschen, ob er eine Lehrperson hinzuzieht oder nicht.“
Die Lebensbedingungen haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Machen wir uns spezifische Veränderungen und ihre Folgen bewusst, so können wir leichter einen Ansatz für die aktuelle Gesundheitspflege und Steigerung der Lebensqualität finden. Beachten wir darüber hinaus die Aspekte der seelischen, psychischen und sozialen Gesundheit, so dringen wir immer mehr zum Kern der Sache vor.
Die Selbsterziehung bezieht sich im allgemeinen auf die Ernährung, Bewegung und die Lebensführung. Ich möchte aber auf einen speziellen Aspekt aufmerksam machen: die Frage der Beziehungsfähigkeit.
Social-Media und die Nutzung des Handys im Alltag sollten eigentlich die Kommunikation unter den Menschen fördern. Die Realität sieht aber vielfach ganz anders aus, da mehr Distanz, Unsicherheiten und Begegnungs-Ängste, anstatt echter persönlicher Beziehungen entstanden sind.
Auch die Corona-Maßnahmen mit Isolation, Einsamkeit, Lebens-, Zukunfts- und Begegnungsängsten, sowie die sozialen Spaltungen sind nicht folgenlos an uns vorbei gegangen.
Zudem hält aktuell die bequeme künstliche Intelligenz Einzug, die dem Menschen nun vollendet seine eigene Denkleistung abnehmen wird. Die Folgen spüren wir an uns selbst, an unseren Kindern und in der Gesamtgesellschaft.
Die erlebte Isolation und Einsamkeit mit mangelndem Antrieb sich im realen Leben zu anderen Menschen in-Beziehung-zu-bringen ist ein neuer Faktor, der die Gesellschaft erfasst hat. Die Wissenschaftliche Forschung (Manfred Spitzer: Einsamkeit – die unerkannte Krankheit) hat erkannt, dass Einsamkeit die Todesursache Nr.1 ist! Einsamkeit verstärkt demnach andere Krankheiten um ein Vielfaches.
Wie können wir vor diesem Hintergrund unsere psychische, seelische und schließlich körperliche Gesundheit fördern? Wie kommt der Einzelne zu einem Selbstwertgefühl? Einige Beispiele:
Die Beziehungsaufnahme zu einem Gegenüber
– zur Natur, den Menschen oder Dingen
Dies geschieht durch genaues Betrachten, Hinzunehmen von Fragen und anschließender Erinnerung.
- Ein Maler muss beispielsweise genau hinschauen, um das Gesehene auf das Papier und in einen Ausdruck zu bringen.
- Nehme ich die Menschen wirklich wahr, wie sie gekleidet sind, wie ihr Gemütszustand ist, welche Anliegen sie haben?
- Schaue ich das Essen wirklich an, realisiere ich wer es zubereitet hat, überlege ich wo die Lebensmittel erzeugt wurden?
- Wie wirkt kaltes Wasser auf der Haut, wenn ich in einen natürlichen See zum Baden gehe?
Stärkung der Willenskraft und Spannkraft im Körper durch fassen und formulieren von Zielperspektiven
- Gehe ich auf das Leben und die Menschen zu oder ziehe ich mich innerlich und äußerlich zurück?
- Getraue ich mich noch Ziele zu fassen, Visionen zu denken und diese dann auch in eine Umsetzung zu bringen oder fühle ich mich durch die äußeren Umstände entmutigt?
- Lege ich Inhalte oder Themen in das Leben hinein oder konsumiere ich nur, was sich mir bietet?
Die Natur als Therapeut
- Wie wirken die lebendigen und heilsamen Kräfte in der Natur auf den Menschen? Wie kann ich mich zu ihr in Beziehung bringen?
- Sehe und erlebe ich die Natur wirklich, wenn ich mich in ihr bewege, z.B. sportlich aktiv bin? Oder ist es nur eine schöne Kulisse für das eigene Tun?
Dies sind nur einige wenige Beispiele, die die Eigenaktivität und Beziehungsaufnahme zum Umfeld beinhalten.
Dabei ist bemerkenswert, dass die seelischen Anteile im Menschen aktiv werden. Es ist der Wille, der auf etwas interessiert zugeht. Dann das eigene Denken, das Vorstellungsbilder kreiert. Und schließlich sind es neue Empfindungen, die sich entfalten und zu einem Gefühl der Nähe und Verbindung führen.
Die Förderung und Stärkung der Seelenkräfte, dem Denken, Fühlen und Wollen, sind ein wichtiger Ausgangspunkt für die körperliche, psychische und soziale Gesundheit.
Diese Art Selbsterziehung ist ein grundlegender Ansatz in meinem Yoga-Unterricht und insbesondere in den Natur-Angeboten. Anhand von Körper- und Bewusstseinsübungen werden die Seelenkräfte gestärkt und diese erschaffen wiederum eine Basis für einen gesunden Menschen.
In der gleichnamigen Wanderausstellung werden in einer Auswahl von 100 Tafeln viele Anregungen zur Gesundheitsbildung gegeben. Eine Begleitbroschüre ist erhältlich. Auf Anfrage können Sie gerne ein Exposé zu den Tafeln erhalten.
